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Scenari di progetto identitario. Der Fall Lucca
Franca Balletti, Michelangelo Caponetto, Anna L. Palazzo
Alinea Editrice, Florenz, 2002
Web: http://www.alinea.it
Informationen für den Kauf
http://www.ulisselibri.com/php/infoart2.php?art_code=1390
Präsentation
Die Arbeit ist ein Teil des gegenwärtigen Diskurs über das Thema
Mitbeteiligung der Gemeinschaft bei der Definition von Projekten
über lokale Stadtplanung. Das fruchtbare Zusammentreffen von Wissenschaftlern
verschiedener Richtungen mit den Einwohnern des Viertels San Concordio,
die beim "Laboratorio di urbanistica partecipata" (eine Zusammenarbeit
von Basisgruppen, Universität und Lokalinstitutionen) mitgemacht
haben, hat zu drei Ergebnissen geführt:
· die Verfeinerung einer Erhebungs- und Interpretationsmethode der
Lokalidentitäten durch die neue Metapher der "historischen Identitätsbilder",
verstanden als Basiskonzept einer gemeinsamen Kenntnis der Ortschaften,
des Territoriums in seinem geschichtlichen Werdegang, des Gebietsreichtums
und der sonstigen Kultursubjekte.
· die Interaktion zwischen Kontextwissen und technischem Wissen,
die eine tiefere Identifizierung der Ortschaften, der Probleme und
der "Wertigkeiten" herbeigeführt hat, hat der Gemeinschaft ermöglicht,
kulturelle Instrumente zur Bewertung der Projekte zu erarbeiten,
die den eigenen Lebensraum betreffen.
· die gemeinsame Erarbeitung von neuen Projektszenarien, die sich
mit den Schwierigkeiten und den Verzögerungen realer Mitbestimmung
ereignet hat, hat zu einem neuen politischen Subjekt geführt, das
im Stande gewesen ist, sich auf gleicher Ebene mit der Lokalverwaltung
zu messen, so daß sogar ein "P.R.U.S.S.T" (Piano urbanistico sostenibile)
zurückgewiesen werden konnte, weil er nicht mit den erwarteten Verbesserungen
kompatibel war.
Die Studie, die, obgleich sie sich auf die "scuola territorialista"
und auf die "scuola paesaggista" bezieht, eine Annäherung vorschlägt,
die für die Zentralität der Beziehung Gesellschaft/Raum und Gemeinschaft/Ortschaften
plädiert, geht über eine Interpretation des rein physischen Prozesses
der "territorializzazione" hinaus, um deren sozialen und kulturellen
Bedeutung zusammenzufassen.
Der Werdegang der Studie lässt jedoch einige grundsätzliche Fragen
offen, wie z.B. die Frage des Vorsatzes und Eigenschaft der einer
demokratischen Mitbestimmung angemessensten Institutionen (um eine
mitbestimmte Demokratie zu erreichen). Die Antwort darauf kann nur
konkreter ausfallen als das gedruckte Wort.
Autoren
Michelangelo Caponetto hat "Sociologia urbana e rurale"
gelehrt, und leitet zur Zeit ein Laboratorio di urbanistica an der
Universität Florenz. Er hat an nationalen und internationalen Forschungen
mitgearbeitet und hat verschiedene interdisziplinäre Forschungsprojekte
vom CNR (Centro Nazionale delle Ricerche) national geleitet, die
sich mit der Darstellung von territorialem Reichtum und mit Mitbestimmung
der Planung beschäftigten. Eine seiner letzten Veröffentlichungen
war "Quale sociologia per l'architettura" - Welche Soziologie für
die Architektur - Florenz 2000.
Franca Balletti ist Dozentin an der Architekturfakultät der
Universität Genua, wo sie "Urbanistica" lehrt. Sie ist wissenschaftliche
Leiterin und Koordinatorin von CNR und MIUR (Ministero per l'Istruzione,
Università e Ricerca) Forschungsvorhaben, nimmt an Konventionen
zwischen Universität und externen Auftraggebern teil, und vertritt
die Universität im Verwaltungsrat des Parco di Portofino.
Anna Laura Palazzo ist Dozentin für "Urbanistica" an der
Universität Roma Tre. Sie beschäftigt sich mit Stadtplanung und
mit urbanen und territorialen Politik. Veröffentlichungen u.a. "Governo
dell'ambiente e memoria del luoghi" (Roma 1993), "Piano locale
e politiche sul territorio" (Roma 1999), "Città storiche. Interventi
per il riuso" (Milano 2ooo).
Kontext
Dieses Buch, das mehrere Bücher enthält, forscht über Beziehungen
und Interaktionen zwischen Identitäts-, Mitbestimmungs- und konfliktbeladenem
Projekt.
Wie alle undogmatischen und deshalb radikalen Denkmuster, macht
die "scuola territorialista" Phasen von großer Expansion und kritischer
Überlegung durch, wobei die interne Debatte ganz wichtig für die
Erkundung neuer Zusammenhänge und die Erarbeitung neuer Perspektiven
ist.
Innerhalb dieser Debatte sind in den letzten Jahren sowohl inhaltliche
wie methodische Fragen aufgeworfen worden:
- Wie definiert sich das Territorialprojekt und worin unterscheidet
es sich von dem "traditionellen"?
- Welch ist das reale Anwendungsgebiet der territorialistischen
Gebote? Abgesehen von der Existenz von Zusammenhängen, die derartig
disqualifiziert sind, daß sie nicht wieder aufgewertet werden können,
ist nicht vielleicht zu vague eine Annäherung, die eine ständige
und völlige Einfügung sowohl des analytischen Blicks als auch der
Projektabsicht in die "Gefühlsstruktur" jeder betroffenen Ortschaft
verlangt?
- In einer Phase, die man klar als "deterritorializzazione" bezeichnen
kann, was hat es für einen Sinn den Forderungen der Einwohner eine
solche bestimmende Bedeutung beizumessen? Könnten diese nicht irgendwie
irregeleitet oder einfach falsch wahrgenommen sein durch den gesamten
Prozess der Deterritorialisierung? Wie kann diese Art von Analyse
diesen Prozess berücksichtigen?
- Und ganz generell warum sollte die mitbestimmte Planung funktionieren?
Riskiert man nicht eine interaktive Dynamik in Gang zu sezten -
auf einer politischen, sozioökonomischen oder nur psychologischen
Ebene - deren Gewichtung die ganze Bedeutung des Projekts möglicherweise
übersteigt?
- Wie ist es für eine territorialistische Analyse technisch möglich,
die Informationsflut einzuordnen? Wie zuverlässig sind die Auswahl-
und Einordnungskriterien der Materialien?
- Welche sind grundsätzlich die Quellen dieser Materialien? Welche
Gewichtung kann man ihnen zuordnen, um ein zuverlässiges Bild der
potentiellen Möglichkeiten und der Bestimmungen eines Gebietes herbeizuführen?
- Inwiefern widerspiegeln sich die Identitätsmerkmale der Ortschaften
in der Bestimmung der räumlichen Eigenschaften des Projekts?
- Wer hat "das letzte Wort" in der Bestimmung des Projekts? Man
könnte behaupten, daß das Identitäts- und konfliktbeladene Projekt
diese Frage teilweise entkräftet, indem sich die Frage anders stellt:
in wie weit Konflikte und Identität der Ortschaften das Projekt
bestimmen und dem Architekten seine eigentliche Aufgabe überlassen,
d.h. den Vorschlag einer "räumlichen" Architektur des Territoriums.
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