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RaumPlanung 136 - Februar 2008 Ludger Gailing, Andreas Röhring Seit der Verabschiedung neuer Leitbilder der Raumordnung (2006) gibt es einen Perspektivwechsel im Umgang mit Kulturlandschaften. Diese sollen nicht in erster Linie nur bewahrt, sondern als weicher Standortfaktor auch zeitgemäß weiterentwickelt werden, damit ländliche und stadtnahe Räume eigenes Potenzial behaupten können. Integriert in regionale Entwicklungskonzepte, wird die Gestaltung von Kulturlandschaften zu einem aktiven, den Aufbau von Kooperationen begünstigenden Prozess.
Stefan Kreutz Erstmals in Deutschland sind seit Jahresbeginn in Hamburg die gesetzlichen Grundlagen dafür gegeben, Aufwertungsmaßnahmen für Wohngebiete in ähnlicher Weise anzustoßen, wie es mit dem BID-Modell für Geschäftsstraßen bereits möglich ist. Es gibt jedoch beträchtliche strukturelle Unterschiede. Umlage-finanzierte Maßnahmen der Grundstückseigner zur Aufwertung von Wohnquartieren setzen z. B. Eigenkapital voraus, das gerade in strukturellen Problemgebieten in der Regel nicht vorhanden ist.
Volker Ziedorn, Franziska Meininger, Irene Peters Das klassische Modell zentraler Abwassersysteme ist allgegenwärtig, aber leider nicht nachhaltig. Die riesigen Netze in Siedlungsstrukturen in dezentrale Einheiten umzubauen ist langfristig schon deshalb unumgänglich, weil sinkende Auslastungen das Leitungsnetz funktionsunfähig machen. Je nach Siedlungsdichte und Bebauungsstruktur sind verschiedene dezentrale Abwassersysteme denkbar, die weniger Wasser verbrauchen und die Wertstoffe im Abwasser rückgewinnen lassen.
Andrea Haase, Corina Dietrich Perspektiven und Ziele von Raumordnung und Landesplanung in Deutschland wurden 2006 neu gefasst. Während die Raumordnung nun versucht, Entwicklungspotenziale auch losgelöst von klassischen Wachstumsfaktoren zu identifizieren, ist Landesplanung vielfach noch Mustern verpflichtet, die sich an tradierten Wirkungszusammenhängen der Industriegesellschaft orientieren. Gerade bei ländlichen Räumen gilt es deren spezifische Qualitäten als Basis ihrer Entwicklung zu sehen, weniger ihren Ausstattungsgrad mit zentralörtlichen Einrichtungen.
Carsten Schürmann, Alexandre Dubois, Erik Gloersen, Claude Grasland, Tomas Hanell, Christine Zanin Das Ziel, die Entwicklungsunterschiede zwischen einzelnen EU-Teilräumen abzubauen, ist aktueller denn je. Denn die im nationalen Maßstab sichtbaren Fortschritte der Angleichung zwischen den Altmitgliedstaaten der Union (EU-15) zeigen sich regional betrachtet nicht: Innerhalb der Staaten wachsen die Disparitäten. Soll die EU-Strukturpolitik Konzepte gegen die wachsende Polarisierung entwickeln können, müssen ihr Analysedaten zur Verfügung stehen, die kleinräumig und thematisch differenziert erhoben sowie nach Wirkungszusammenhängen statistisch kombiniert werden.
Franz Pesch Die Entfaltung von Urbanität und die Existenz öffentlicher Räume sind untrennbar miteinander verbunden. Die Entwertung des allgemein nutzbaren Stadtraums schreitet jedoch fort: weil große Investoren öffentliche Flächen de facto privatisieren, weil aggressive Werbung das Straßenbild uniformiert, oder weil Shopping-Malls der Straße Publikum entziehen. Stadtplanung und Städtebau müssen stärker die Qualität des öffentlichen Raums in den Blick nehmen, damit Urbanität weiterhin gelebt werden kann.
Simone Sandholz, Christian Strauß Wo große Städte rasant wachsen und soziale Not wenig Raum lässt für eine geordnete Stadtentwicklung, sind urbane Freiräume durch eine Vielzahl informeller Nutzungen gefährdet. Im Großraum Recife wurde ein interdisziplinäres Projekt durchgeführt, das den Versuch unternommen hat, durch top-down und bottom-up geführte Strategien das Bewusstsein der Bevölkerung für Qualitäten und Funktionen des Freiraums in der Stadt zu stärken als Voraussetzung für eine nachhaltige Stadtentwicklung.
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