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RaumPlanung 105 - Dezember 2002
Mit dieser Ausgabe realisiert die Redaktion erneut die Idee eines Themenhefts am Beispiel einer wichtigen deutschen Stadtregion, um die Vielfalt planerischer Probleme mit theoretischen, vor allem aber praktischen Beiträgen aus dem ausgewählten Raum aufzuzeigen. Die Region Stuttgart zeichnet sich durch das Zusammentreffen von wirtschaftlichem Wachstum und extremer, topografisch bedingter Flächenknappheit aus. Die Stadt-Umland-Problematik äußert sich wegen der schnell fortschreitenden Suburbanisierung nicht nur in zunehmenden Verkehrs- und Umweltproblemen. Sie führt auch zu einem wachsenden Bewusstsein für die Notwendigkeit, die Flächennutzung und andere regional wirksame Planungen aus der interkommunalen Konkurrenz herauszunehmen und die raumstrukturellen Aufgaben kooperativ zu bewältigen.
Jürgen Dispan Mit dem Verband Region Stuttgart besteht in Baden-Württemberg eine in Deutschland einzigartige, durch ein gewähltes Verbandsgremium legitimierte regionale Planungsebene. Die Bündelung regional bedeutsamer Planungen erleichtert eine an den Interessen der Gesamtregion orientierte Entwicklungssteuerung und verbessert die internationale Konkurrenzfähigkeit Stuttgarts.
Rainald Ensslin, Albrecht Klenk, Dietmar Reinborn Schon vor 1994 gab es im Großraum Stuttgart Institutionen der regionalen Entwicklungssteuerung: den Regionalverband Mittlerer Neckar und den Nachbarschaftsverband Stuttgart. Rainald Ensslin und Albrecht Klenk als langjährige Kenner der Planungsverhältnisse in der Region Stuttgart stellten sich für ein Gespräch zur Verfügung.
Frank Gwildis Der Raum Stuttgart ist trotz des großen Gewichts der Landeshauptstadt polyzentral strukturiert. Hieraus ergeben sich nicht nur Nachteile für eine koordinierte Gesamtentwicklung, sondern auch Chancen für eine nachhaltige, dezentrale Siedlungs- und Wirtschaftsentwicklung. Mehrere, mit den Bedürfnissen der Region korrespondierende lokale Projekte in der Region werden vorgestellt.
Wolf Reuter Im Raum Stuttgart stehen Projekte mit weitreichenden Folgen an finanziell wie strukturell. Mit der City-Erweiterung und ICE-Planung des Projekts Stuttgart 21, der geplanten Neuen Messe in Flughafennähe und den Olympia-Visionen stellt sich die Frage, ob diese Vorhaben einem planerischen Gesamtkonzept folgen oder isolierte Vorgaben von Investoren bzw. Politik bedienen.
Manfred Wacker In sechs Orten der Region Stuttgart wurde ein Demonstrationsvorhaben zur regionalen Steuerung von Stellplatzkapazitäten durchgeführt. Der Projektansatz zeichnet sich dadurch aus, dass die Kommunen ihre Parkraumbewirtschaftung kooperativ regeln. Ein interaktives Parkleitsystem für alle im öffentlichen Raum verfügbaren Stellplätze unterstützt das Parkraummanagement.
Holger Keppel Die Stadt Rottenburg am Neckar benötigt nach wie vor Bauland für Zuwanderer aus der Region. Sie hat gute Erfahrungen gemacht mit einer Baulückenbörse zur Aktivierung ungenutzter Bauplätze, einer vorrangigen Bebauung ihrer Innenbereiche, einem Förderprogramm zur Reaktivierung leer stehender Gebäude und einem Bodenordnungsverfahren, das ihr mehr Handlungsspielraum gibt. Dieses Bodenmanagement dient einer nachhaltigen Flächennutzungspolitik.
Axel Fricke In einem Stuttgarter Innenstadtbezirk wird ein Pilotprojekt zur Bürgerbeteiligung kommunal gefördert, das aus den Aktivitäten einer Lokale Agenda-Initiative hervorgegangen ist. Die Quartierswerkstatt soll als Diskussions- und Aktionsforum die Ortsverbundenheit der Bevölkerung stärken und lokale Kreativitätspotenziale zugunsten des Viertels aktivieren.
Klaus R. Kunzmann, Detlef Kurth, Petra Potz Raumplanung als eigene Disziplin gab es nicht, als Klaus R. Kunzmann seinen Weg zum Raumplaner nahm. Diese Vorreiterrolle hat ihn immer wieder Neuland betreten und eine ständige Auseinandersetzung um die Weiterentwicklung von Forschung und Lehre zur Raumplanung führen lassen.
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